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Keine Chance für Langfinger – Tipps und Tricks für das richtige Fahrradschloss

Lesedauer: 3 Minuten

Ob High-End-Rennmaschine, das ans Herz gewachsene Alltagsrad, ob das schnittige E-Bike: wer lange Freude an seinem Schmuckstück haben will, muss es mit einem angemessenen Fahrradschloss vor Langfingern schützen. In vielen Regionen steigt die Zahl der Fahrraddiebstähle und die Aufklärungsrate ist extrem niedrig. Erst jüngst waren entsprechende Statistiken und Berichte in den Medien zu sehen.

Die technische Entwicklung hat neue Möglichkeiten in Sachen Fahrradschloss eröffnet. So gibt es fest montierte GPS-Radcomputer mit integrierter Alarmanlage, die vom Besitzer des Bikes per Smartphone „entschärft“ werden muss, bevor das Rad bewegt wird. Oder man kann den Weg eines entwendeten Rads mit Hilfe eines integrierten Senders per GPS verfolgen. Nach wie vor unersetzbar ist aber auch das Fahrradschloss in seinen verschiedensten Bauformen, wobei auch hier immer wieder neue Materialien und Ideen auftauchen. Aktuell läuft eine Crowdfunding-Kampagne auf Indigogo, mit der die Erfinder des „SkunkLocks“ Unterstützer suchen. Dieses setzt beim Versuch es durchzusägen Gas frei, das zu Brechreiz und Atembeschwerden führt. Wir sind gespannt, wie sich dieses Produkt am Markt etablieren wird.

Richtwert zehn Prozent

Fahrradschloss

Abus empfiehlt 10% des Kaufpreises in ein Schloss zu investieren

Welches Fahrradschloss ist das richtige für mein Fahrrad? Das hängt von den Situationen ab, in denen das Rad regelmäßig abgestellt wird und vom Kaufpreis des Fahrrads. Schlosshersteller Abus empfiehlt zehn Prozent des Kaufpreises in ein Schloss zu investieren. Je hochwertiger das Fahrrad, desto mehr Begehrlichkeiten weckt es bei professionellen Dieben. Außerdem lockt ein exponiert geparktes Rad eventuell Gelegenheitsdiebe an. Richtig eingesetzt hindert diese schon ein günstigeres Schloss an der Tat. Bei Profis helfen ausschließlich sehr hochwertige Schlösser, welche ihnen im Idealfall ganz widerstehen, zumindest aber einen so langen Zeitaufwand zum Knacken erfordern, dass das Risiko für den Dieb zu groß wird. Das bedeutet aber auch, dass der Dieb das Rad nicht samt Schloss entwenden kann, um dieses an einem geschützten Ort in Ruhe zu öffnen. Eine der wichtigsten Regeln lautet deshalb „Anschließen, nicht nur abschließen“.

Für höhere Sicherheit anschließen

Fahrradschloss

Das Fahrrad anzuschließen ist sicherer

Nicht jedes Schloss bietet die Möglichkeit dazu, aber wer sein Fahrrad an einem festen Gegenstand anschließt, erhöht die Sicherheit deutlich. Je länger das Schloss, desto leichter lässt es sich um einen Laternenmast, ein Treppengeländer oder ähnliche Gegenstände legen. Die praktischen, fest am Rahmen montierten Rahmenschlösser bieten in dieser Hinsicht weniger Sicherheit. Manche Modelle können aber mit Stahlkabeln kombiniert werden, so dass das Fahrrad zusätzlich angeschlossen werden kann. Mit einem längeren Schloss kann man übrigens neben dem Rahmen eines oder sogar beide Laufräder abschließen. Klassische Schlossformen sind das Kabelschloss, das es für leichteren Transport auch in Spiralform gibt und das auch als Kabel zur Kombination mit externen Schlössern erhältlich ist, zum Beispiel von Abus. Außerdem das Panzerkabelschloss, dessen Stahlkabel von überlappenden Stahlhüllen ummantelt wird, das Bügelschloss, das es zum Beispiel von Kryptonite auch im Set mit Kabel gibt, und das Kettenschloss, etwa das Catena von Abus. Die meisten Schlösser werden mit einem Halter geliefert. So kann man sie am Rahmen, der Sattelstütze oder dem Sattel zu befestigen.

Praktische Faltschlösser

Abus Fahrradschloss

Das Abus Faltschloss Bordo Granit X-Plus 6505/85 hat die höchste Sicherheitsstufe

Faltschlösser wie das Abus Bordo 6000 erinnern an einen Maßstab, sie können zum Transport klein zusammengefaltet werden, in offenem Zustand sind die meisten Modelle lang genug, um das Rad an einen festen Gegenstand anzuschließen. Zusammengelegt finden sie leicht Platz in der Tasche oder im mitgelieferten Köcher, der an die Flaschenhalterschrauben des Rahmens geschraubt wird. Mit der Länge und Materialstärke des Schlosses steigt das Gewicht. Einige Hersteller klassifizieren ihre Schlösser zur besseren Orientierung, so dass man den Grad der Sicherheit auf einen Blick erkennen kann. „Security Level“ heißt das zum Beispiel bei Abus oder „Safety Index“ bei Axa. Besonders kleine und leichte Kabelschlösser wie das Abus Combiflex 201 finden auch einmal in der Trikottasche Platz. Mit ihnen kann man zum Beispiel einen Helm am Rad sichern oder das Rad in Sichtweite kurz versperren – etwa wenn man sich nach der anstrengenden Trainingsrunde ein Eis gönnt.

Schlüssel oder Zahlen Fahrradschloss sind Geschmackssache

Ob der Schließzylinder mit Zahlen oder mit einem Schlüssel gesperrt wird, hat keinen Einfluss auf die Sicherheit – entscheidend sind die Qualität und die Preisklasse. Das Zahlenschloss bietet den Vorteil, keinen Schlüssel zu benötigen, so dass man den auch nicht vergessen oder verlieren kann. Bei Dunkelheit kann man die Zahlen unter Umständen schlecht lesen, allerdings gibt es sogar Modelle mit beleuchtetem Schließzylinder oder besonders leicht zu tastende. Und zu guter Letzt hat man heutzutage eigentlich immer ein Handy dabei, das als Lichtquelle dienen kann.

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