News Ticker
Radurlaub in Meran
Meran, das Traumrevier für den Radurlaub – Teil 2: Pässe oder Flachland – perfekte Rennradtouren für Frühjahr und Herbst
8. November 2016
Kaufberatung: E-Mountainbike – Viel Spaß beim Herumstromern
10. November 2016

Elektromobilität – Ein Selbstversuch mit E-Bike und E-Auto

Lesedauer: 5 Minuten

Jeder spricht und schreibt darüber, postet und teilt sein Wissen und seine Erfahrungen auf Social Media – es scheint zum Teil sogar, als hätte sie sich schon durchgesetzt: Die Elektromobilität. Aber hält sie, was die Hersteller und die Politik versprechen? Ist sie alltagstauglich, damit wir alle uns umstellen, auf andere Ressourcen zurückgreifen und somit unseren Teil für den Klimaschutz beitragen?

Wir haben den Selbstversuch gewagt und es treten an: Ein Hybrid-Auto gegen ein Pedelec. Pedelec bedeutet ‚Pedal Electric Cycle‘ und steht für alle Fahrräder, die mit einer motorisierten Tretunterstützung bis zu 25 km/h fahren. E-Bike werden alle Fahrräder bezeichnet, die durch eine Motoren-Unterstützung bis zu 45 km/h fahren. Diese fahren auch ohne Treten. Im Allgemeinen Sprachgebrauch wird das Wort E-Bike für beide Typen verwendet, weshalb wir das Wort E-Bike in diesem Artikel gebrauchen, auch wenn wir in unserem Test ein Pedelec gefahren sind.

Was muss ich investieren?

img_3021

Der schwere Teil des Ladekabels

Wer auf ein E-Auto umsteigt, der muss sich bewusst sein, dass es geladen werden muss. Man kann das Auto natürlich an einer normalen Steckdose laden, aber dann dauert das 8 Stunden. Wie verlockend sind da die 5 Minuten, die man an der Tankstelle verbringt um sein Auto zu betanken? Außerdem muss man das Auto auf jeden Fall während des Ladens in der Garage oder zumindest in der Nähe der Steckdose parken.

img_3020

Der Ladeanschluss am Fahrzeug

Da uns 8 Stunden zu lange dauern, haben wir entschieden das Fahrzeug über einen Kraftstromanschluss zu laden, was die Ladezeit auf 2,5 Stunden verringert. Glücklicherweise verfügen wir über ein Eigenheim und eine Garage, sodass wir das ohne Probleme umsetzen könnten. Nachdem wir uns informiert haben, mussten wir ernüchternd feststellen, dass die günstigste Variante 1.000 € und die teuerste 2.500 € kosten würde. An dieser Stelle ist es noch wichtig zu wissen, dass das Auto mit einer Ladung 50 Kilometer fahren kann.

Zusätzlich benötigt man noch ein weiteres Ladekabel für die Ladungen in der Stadt und unterschiedliche Stecker für die verschiedenen Modelle.

Summa summarum stellen wir schnell fest, dass die staatliche Förderprämie von 4.000 € für den Kauf eines E-Autos an anderen Stellen direkt investiert werden muss, wenn man sein neues Fahrzeug einigermaßen bequem im Alltag nutzen möchte.

Ganz anders verhält es sich hier mit dem E-Bike. Das kommt mit allem, was man braucht, um es optimal nutzen zu können. Es sind auch keine weiteren Anschaffungen nötig, abgesehen von einem guten Schloss. Der Akku lässt sich leicht und schnell vom Fahrrad abnehmen und benötigt lediglich ein Laekabel. Den Akku nimmt man mit ins Haus oder Wohnung und lädt ihn problemlos an der Steckdose. Eine Aufladung dauert je nach Akku circa 5 Stunden und man kann zwischen 50 und 200 Kilometer damit fahren, je nach Akku-Größe und Fahrverhalten, bzw. Unterstützungsgrad.

img_3019

Das Ladekabel in unserem Kofferraum

 Wie fährt es sich mit der Elektromobilität?

Wer noch nie ein Elektro-Auto gefahren ist, muss sich das so vorstellen, dass man im Prinzip nichts vom Fahrzeugmotor hört. Man bekommt über das Gehör nicht mit, ob der Wagen schon läuft und verlässt sich auf das Leuchten der Anzeige. Dies erfordert eine minimale Umstellung, insbesondere für ältere Menschen. Es besteht die Gefahr, dass sie vielleicht doch aus Versehen aufs Gas drücken, in der Annahme, dass der Motor nicht läuft.

Zugegebenermaßen hat natürlich auch das E-Auto den Vorteil wie alle anderen Kraftfahrzeuge: Man ist vor Regen geschützt und kann größere und schwere Dinge transportieren.

Doch auch das E-Bike fährt sich leise und ruhig. Man sitzt bequem, während man seine Fitness stärkt und etwas für seine Gesundheit tut. Man bewegt sich, aber ohne jegliche Anstregung. Leider wird man auf dem E-Bike nicht vor Regen geschützt, aber dafür gibt es bei uns ja wasserdichte Regenbekleidung 😉

Der Arbeitsweg beträgt im Test 7 Kilometer. Mit dem E-Auto braucht man dafür genauso wie mit herkömmlichen Autos: 30 Minuten. Der einzige Unterschied ist, dass es mit dem E-Auto ein leises Stehen im Stau ist.

Mit dem E-Bike braucht man nur 18 Minuten bis zur Arbeit, da wir glücklicherweise nicht im Stau stehen. Es fährt sich genauso leise wie das E-Auto, nur der Atem geht schneller. Doch das stört kaum, die Lungen füllen sich mit Sauerstoff und erwecken die Lebensgeister.

E-Bike

Ganz leicht mit dem E-Bike durch die Stadt

Keine Parkplatzsuche mit dem E-Bike

Man fährt mit seinem E-Bike gemütlich am Stau vorbei und kann sogar noch zum Beispiel bei seinem italienischen Lieblingscafé anhalten und einen Café Latte in der Sonne trinken. Man muss keinen Parkplatz für sein E-Bike suchen, es nicht einmal abschließen, da es direkt neben einem am Tisch stehen kann.

An der Ampel beginnt erst der echte Spaß mit dem E-Bike: Kaum springt die Ampel auf grün, ist man schon an allen anderen vorbeigesaust. Das Anfahren ist ein leichtes und auch der Steigung Richtung Westend schon mal vorkommt, fährt man mit einem Lächeln auf dem Gesicht, weil man sich nicht anstrengen muss.

Im Büro kommt man entspannt und frohem Gemüts an, muss aber feststellen, dass wenige die gute Laune teilen. Viele von den verdrossenen Gesichtern standen morgens im Stau und mussten zudem einen Parkplatz suchen. Hach, die könnten es sich doch so einfach machen… 🙂

Das Laden des E-Autos an öffentlichen Ladestationen

img_2178

Unsere Ladekarte von Vattenfall

Dieses Thema ist offensichtlich nur für Elektroautos interessant, da wir den Akku des E-Bikes immer und überall laden kann, wo ich auch mein Smartphone lädt. Für das E-Auto gibt es Ladestationen, an denen man parken und gleichzeitig Saft tanken kann. Eine wunderbare App zeigt einem, wo die nächste Ladestation ist. In Berlin gibt es zum Beispiel 292 Ladestationen und ungefähr 3.000 Elektroautos*. Doch die Ladestationen haben unterschiedliche Betreiber, wie Vattenfall, RWE oder E.ON. Um deren Stationen nutzen zu können, muss man sich erst für deren Abrechnungssysteme registrieren. Das bedeutet noch mehr unterschiedliche Bezahlkarten im Portemonnaie.

Mit etwas Pech sind die Ladestationen in der Nähe besetzt oder funktionieren nicht. Das zeigt die App leider nicht an.

Cargo-E-Bike – das perfekte Baby für die Stadt

gda_ebike2_3

Johnny Loco E-Cargo Dutch Delight. Quelle: Johnny Loco

Das Fahren mit dem E-Bike ist aus unserem Alltag wegzudenken nicht mehr. Doch nachdem unsere Tochter zur Welt kam und wir zudem einen Hund besitzen, mussten wir überlegen, wie wir weiterhin mit dem E-Bike fahren und alles mitnehmen können. Die Lösung war das Cargo-E-Bike. Somit entschieden wir uns, den Johnny Loco E Cruiser zu kaufen und sind begeistert. Unsere Familien-Sonntagsausflüge haben an ganz neuer Qualität gewonnen, da unser neuestes Gefährt das Auto kompromisslos ersetzt.

Ergebnis unseres Selbstversuchs

Elektroautos sind definitiv die besseren Autos unter den Kraftfahrzeugen. Sie sind leiser und verschmutzen die Umwelt weniger als konventionelle Autos. Sie geben einem zumindest das Gefühl, umweltbewusster zu leben. Jedoch steht man auch mit ihnen im Stau und kann diesen kaum umfahren. Das Aufladen von E-Autos hat sich (zumindest für uns) als große Herausforderung herausgestellt und ist nicht alltagstauglich und unbequem. Deshalb stellt sich uns die Frage, wie die Politik es schaffen möchte, dass alle Autofahrer auf E-Autos umsteigen.

Unser E-Bike und vor allem unser Cargo-E-Bike sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken und einfach genial. Wir kommen schneller, leichter und stressfreier zur Arbeit, finden immer ein Parkplätzchen um es zu parken. Gerade im Sommer ist Schwitzen kein Thema, denn die Fahrt kostet wenig körperliche Anstrengung.

*Quelle: Berliner Zeitung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Simple Share Buttons