News Ticker
Elektromobilität – Ein Selbstversuch mit E-Bike und E-Auto
10. November 2016
Radurlaub
Meran, das Traumrevier für Radreisen – Teil 3: Mit dem E-Bike durchs Vinschgau
10. November 2016

Kaufberatung: E-Mountainbike – Viel Spaß beim Herumstromern

Lesedauer: 5 Minuten

Als die ersten Modelle an E-Mountainbikes auf dem Markt auftauchten, gab es noch heftige Diskussionen. Muss man wirklich auf einem E-Mountainbike in und durch die Berge fahren? Zugegeben: Man muss nicht. Aber man kann, und es macht richtig gute Laune. Selbst wenn man als sportlicher Mountainbiker unterwegs ist, kann man E-Mountainbikes noch etwas abgewinnen. Zahlreiche Ex-Profis und Szene-Insider schwören inzwischen auf den kleinen Helfer am Tretlager. Denn treten muss man immer noch selbst. Schließlich fährt man kein Moped, sondern ein Pedelec mit einer unterstützten Maximalgeschwindigkeit von 25 Stundenkilometern.

Die Vorteile der E-Stollenräder haben sich mittlerweile herum gesprochen: Man kann das Training mal schnell intensivieren und die übliche Vier-Stunden-Runde in drei Stunden absolvieren. Der Radius wird angenehm erweitert – schön, wenn man richtig lange Tagesausflüge auf Stollenreifen plant. Statt 2000 Höhenmetern kann ich nun 3000 Höhenmeter fahren, dazu muss ich auch fit sein, aber mit dem E-Mountainbike kann ich Touren und Strecken schaffen, die ohne die Zusatz-Watt einfach nicht gingen, schwärmt einer der Gurus der E-Bike Bewegung und Gründer des Bike-Magazins, Uli Stanciu. Einer der weiteren großen Vorteile der Bikes mit Rückenwind liegt sicher darin, dass Partner mit unterschiedlicher Kondition wieder gemeinsam Biken gehen können. Immer mehr Pärchen fahren sozusagen die “Mixed-Wertung”. Der Stärkere auf dem Mountainbike, der andere mit Zusatz-Power an der Kurbel, freundlich geliefert von Bosch, Shimano, Panasonic, Yamaha oder Brose.

Aber E-Mountainbikes sind doch so teuer, kommt gerne der Einwand. Stimmt. Man kann locker 7000.- Euro hinblättern für ein Spitzenmodell. Der Gegenwert eines sehr guten gebrauchten Mittelklasseautos. Stimmt aber wiederum auch nicht: inzwischen beginnt der Einstieg, sogar für Fullsuspension E-MTBs, also vorne und hinten am Fahrwerk gefederte Bikes, schon ab 2500.- Euro. Um die 3000 bis 4000-Euro-Marke gibt es einige Modelle mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Wie also muss ein E-Mountainbike ausgestattet sein, und worauf muss man beim Kauf achten? Dies lässt sich, wie immer, anhand von verschiedenen Fragen gut klären. Dazu zeigen wir drei Beispiele und erklären an den Modellen, was an einem E-Mountainbike wichtig ist.

Wo will ich das E-Mountainbike einsetzen?

Für “echten” Mountainbike-Einsatz, heute modern Trailbike, Enduro oder All Mountain genannt, führt kein Weg am Fully vorbei. Sprich vorne arbeitet eine Federgabel mit 120 bis 140mm Federweg, hinten schluckt eine bewegliche Schwinge mit ölgedämpftem Federbein die Schläge weg, und sorgt vor allem bergauf für ungeahnte Traktion. Gut passen zu den Strom-Rädern auch dickere Schlappen, genannt + (Plus)-Bereifung: Bessere Traktion, sichereres Fahrverhalten und je nach Karkasse große Robustheit zeichnen die fetten Pneus aus, für die der Rahmen aber entsprechend gestaltet sein muss.

Sogenannte Hardtails, lediglich vorne gefederte Bikes, reduzieren zwar das Gesamtgewicht des E-Boliden. Sie kommen aber in richtig hartem Gelände mit groben Wurzeln, dicken Steinen oder sehr losem Untergrund und verblockten Pfaden an ihre Grenzen. Vor allem bei sehr schwierigen und technischen Bergauf-Passagen beißt sich ein Fully mit der richtigen Hinterbau-Kinematik wie ein Krokodil in den Untergrund, so dass auch unfahrbare erscheinende Abschnitte möglich werden. Wer’s kann, genießt dann “Uphill-Flow”… so nennen das die Experten.

Thema Federweg: Je anspruchsvoller und sicherer ich unterwegs sein will, desto mehr Federweg wird benötigt. An modernen Stollenbikes mit 29-Zoll-Bereifung beginnt der Fahrspaß bei 120mm (Trailbike), 140mm ist für fast alle Biker ausreichend. Wer Extremes vorhat, kann bis zu 160mm Federweg anvisieren.

Wieviel Leistung soll das E-Mountainbike bringen?

Hier greift eine gesetzliche Regelung: Die Motorleistung ist auf 250 Watt beschränkt, denn nur so ist ein E-Bike, oder korrekter das Pedelec, einem Fahrrad gleichgestellt. Fast alle Mittelmotoren bringen das Maximum. Dazu ist die Höchstgeschwindigkeit auf 25 km/h beschränkt. Alles was darüber geht, braucht einen Versicherungsschutz (S-Pedelec) und damit ein Kennzeichen.

Interessanter ist das Drehmoment, denn das zeigt, wie “kräftig” der Motor mitschieben kann. Vor allem wenn es bergauf geht. Niedrige Werte liegen bei 45 bis 50 Nm (Bosch Active Line), knackig pushen Motoren wie der Brose mit 80 bis 90 Newtonmetern. Übrigens hat sich das Mittelmotorkonzept – Antrieb nahe an der Kurbel am Tretlager – durchgesetzt, weil es für Mountainbikes die meisten Vorteile aufweist: Guter Schwerpunkt, überhitzt nicht, oft sogar mit 2 Kettenblättern für höhere Übersetzungsbandbreite fahrbar. Durch das integrierte Getriebe laufen die Maschinchen mit hoher Drehzahl und erzielen so einen guten Wirkungsgrad.

Wieviel Akkuleistung brauche ich?

Je mehr, desto besser, weil alles länger funktioniert. Da die Batterietechnik (noch) teuer ist, erhöht sich der Preis mit jeder Kilowattstunde, die die Packs mehr liefern müssen. Am oberen Segment liegt man mit 500 kW, Einstieg und “Normal”-Leistung sind bei 300 kW. Je nach Motor, Gesamtgewicht und Auslegung des E-Antriebs kommt man damit unterschiedlich weit und vor allem – hoch. Muss der E-Motor bergauf in der höchsten Stufe richtig ackern, saugt er natürlich mehr Saft aus der Vorratskammer. Die Herstellerangaben sind eher mit Vorsicht zu genießen, da sie idealisierten Bedingungen entsprechen. Messwerte aus der Praxis werden in Tests von Magazinen und Experten ermittelt und sind relevanter.

Kann ich jeden Motor nehmen?

Ein klares Jein 😉  Wer auf Zuverlässigkeit setzt, sollte einen der etablierten Markenhersteller wählen, wie Bosch, Brose, Yamaha, Shimano oder Panasonic. Jedes Powerteil hat unterschiedliche Charakteristik. Knackig und akzentuiert greifen Brose und Yamaha ein. Bosch hat bis zu 5 Fahrstufen-Möglichkeiten parat und hat früh das Potenzial des Marktes erkannt, damit viel Erfahrung. Der neue Step-Antrieb von Komponentenspezialist Shimano hat sich in ersten Fahrtests viele Lorbeeren abgeholt: Schnelles verzögerungsfreies Ansprechen, gute harmonische Kraftentfaltung, nur die lediglich 3-fach Abstufung wurde als “zu grob” kritisiert.

Ist das Gewicht entscheidend? Ich habe doch einen Antrieb.

Gewicht ist immer ein Faktor – je leichter, desto besser ist die Unterstützung am Berg und desto länger werden die Akkus halten. Auch die Motorenhersteller drehen an der Gewichtsschraube und haben die Kraftpakete von 4 auf fast 3 Kilo abgespeckt. Über 25 Kilo Gesamtgewicht ist ein No-Go für ein sportliches Mountainbike. Gute Modelle pendeln um die 20-Kilo-Marke. Wer es absolut leicht haben will, muss auf ein Hardtail setzen (siehe weiter oben im Text), kann dann aber sogar an die 14-Kilo-Marke rankommen.

E-Mountainbike

Trek Powerfly 5

Trek – Viel Leistung fürs Geld

Einer der Mountainbike-Leader, die US-Marke Trek, hat mit dem Powerfly 5 / und dem Frauenmodell Powerfly 5 Womens für unter 2500 Euro ein hochinteressantes Einstiegsmodell am Start.

Das E-Hardtail weist ein besonders gutes Preis-Leistungsverhältnis auf, ohne Abstriche bei der Technik. Es arbeitet der derzeit stärkste, bewährter Bosch Performance CX Sportmotor in Kombination mit größtem 500 Wh Lithium-Ionen Akku. Der fahrstabile Rahmen kommt mit Motor-Armor-Schutz und gut abstimmbarer ölgedämpfter Rock Shox-Gabel.

Das Trek-Bike ist zugelasssen für Anhängerbetrieb, praktisch ist die bereits vorverlegte Lichtverkabelung zur schnellen Nachrüstung beispielsweise der neuen perfekt passenden Lupine SL-Lampe.

Das Powerfly steht auf 29 Zoll-Laufrädern, plus ein spezielles Damenmodell in 27.5 Zoll. Hier gibt es die Sonderausführung mit Shimano XT-Schaltwerk.

Focus – elegant und leicht

E-Mountainbike

Focus JAM² 29 LTD

Ein Traum-Trailbike mit bester Technik und durchdachtem Konzept zum mehr als fairen Preis von 3999 € ist das Focus JAM² 29 LTD. Mit 140mm wird jeder Trail zum Flauschteppich. Der neue extrem leistungsstarke Shimano E-8000 Mittelmotor der „XT-Klasse“ ist kompakt und leicht. Focus designte dazu einen superleichten, perfekt im Unterrohr integrierten Akku – technisch und optisch vom Feinsten.

Dieser liefert bis zu 756 Wh Akkupower! Der 378 Wh Akku im Unterrohr kann durch einen zusätzlich erhältlichen, externen 378 Wh Akku verdoppelt werden. Bei der täglichen 2-Stunden-Runde lässt man den Zusatzakku einfach zu Hause! Der Focus-Rahmen und Gabel kommen im sogenannten Boost-Standard für die optionale Verwendung von 27.5+ Bereifung (breiter bringt mehr Traktion!) und mit einer 10-Gang Shimano XT Schaltung.

E-Mountainbike

Cannondale Moterra 2

Cannondale – perfekter Trailspaß

Etwas tiefer muss man beim Cannondale Moterra 2 mit 130 mm Federweg in den Geldbeutel greifen (4999 €), doch dafür gibt es Nobel-Technik mit Power und viel Trailspaß.

Im Antrieb arbeitet der Bosch Performance CX in seiner stärksten Form mit 75 Nm Drehmoment und 500Wh Batterie. Motor und Akku sind für tiefen Schwerpunkt und optimales Fahrverhalten zentral plaziert. Extrem kurze Kettenstreben und aufwändige Kinematik sorgen für herausragendes Fahrverhalten. Die 27.5 Zoll Plus Bereifung garantiert Sicherheit, Traktion und Grip in jeder Lage. Der neue Rock Shox DeLuxe Luft-Dämpfer und Yari RC Federgabel sind perfekt abgestimmt. Sicherheit und Spaß bringt die absenkbare Stütze Kind Shok LEV Integra Dropper-Sattelstütze.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Simple Share Buttons