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Meran, das Traumrevier für Radfahrer – Teil 1: Mountainbike-Routen in Meran und im Vinschgau

Lesedauer: 4 Minuten

Biken auf den Sissy-Trails

Radreisen in Südtirol: Sonne satt, Sahne-Trails und die schönsten Bergpanoramen der Welt, die Dolomiten, immer wieder im Blick. Mountainbiken in Südtirol gehört zum Besten, was man auf Stollenreifen erleben kann. Eines der beliebtesten Ziele, Meran und das anschließende Vinschgau, stellen wir in diesem ersten Teil unserer Serie „Meran, Traumrevier für Radreisen“ vor.

Spätestens im April beginnen die Mountainbiker Merans mit den Klickies zu scharren. Als Biker kann man durchaus schon den Mai für den ersten Mountainbike-Urlaub in Südtirol einplanen. Zum Warmfahren, sozusagen. Oder man verlängert die Radsaison mit einer Radreise einfach nach hinten. Wenn in Deutschlands Herbst alles feucht und grau wird, steigt das Thermometer im Norden Italiens gerne nochmal über die 20-Grad-Marke. 300 Sonnentage summiert die Statistik für die Sissy-Stadt, zurecht auch genannt das „Nizza des Nordens“. Mit einem dichtgewebten Teppich von Trails in den umliegenden Bergflanken und schweißsparenden Gondeln bildet das Meraner Land die perfekte Biker-Spielwiese. Im Frühjahr und Herbst zeigen sich dazu die schneebezuckerten Dolomitengipfel wie Rosengarten und Latemar von ihren schönsten Seiten.

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Als Ausgangsort bietet Meran Mountainbikern Touren in allen vier Himmelsrichtungen. Einmal gibt es das Revier an den Flanken des Hausbergs unterhalb des Ifinger, das zum Greifen nahe ist. Dann ragt gegenüber davon das Vigiljoch auf. Unterhalb der bekannten Kapelle durchzieht ein dichtes Netz von herrlichen Flowtrails die Flanken des Jochs. Angebot Nummer drei ist das weitläufige Almengebiet von Meran 2000, schweißfrei mit der Gondel zu erreichen. Die neuen, modernen knallroten Kabinen sind so groß, dass sogar Radständer in ihnen eingebaut sind! Als vierte Möglichkeit, schon ein eigenes kleines Bike-Paradies, liegt das Ultental nicht weit entfernt von Meran. In dreißig Autominuten erschließen sich nochmals Trails und schnuckelige Almen in einem kaum bekannten Gebiet. Da hat man die Trails fast für sich allein.

Für die ersten Urlaubstage reicht es aber schon mal, die nächste Umgebung Merans abzuklappern. Dass es für Mountainbiker rund um die Südtiroler Kurstadt so unglaubliche viele schmale Trails gibt, ist ein unfreiwilliger Verdienst der Wanderer. Meran war einer der ersten Orte in Südtirol, der sich dem Fremdenverkehr öffnete. Als Kurstadt fungierte der Ort vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg als magnetischer Anziehungspunkt für den Adel und die Kunstszene Europas. Ein Flair, das man auch heute noch an vielen Ecken der Altstadt spüren kann.

tr_2010_meranguide_mg_2665_webMit dem wachsenden Tourismus und die immer beliebter werdenden Radreisen strömten die Gäste und schwärmten hinauf auf die Almen rund um Meran, auf den Hirzer, den Marlinger Berg, auf den Ifinger, nach Vöran und Hafling. Der AVS, der Alpenverein Südtirols war in der Meraner Ecke besonders fleißig: Unzählige bestens markierte Wanderwege ziehen sich durch die Wälder an den Berghängen. Nagelneue Holzschilder mit kräftigen weiß-roten Marken stehen ordentlich an allen Wegen. Dazu gleich die Bitte: Als Mountainbiker Rücksicht nehmen auf Wanderer, damit man die schönen schmalen Trails auch noch lange nutzen kann.tr_2010_meranguide_mg_2537_web

Zum dichten Wegenetz kommt das fantastische Panorama der höchsten Gipfel Italiens. Der immer schneebedeckte Ortler, die Dreitausender der Texel-Gruppe und die Klassiker der Dolomiten wie Schlern, Langkofel, Plattkofel und Rosengarten, deren Anblick man von den Höhenzügen um Meran genießt. Ein ganz spezieller Ort für weite Blicke ist beispielsweise das Knottenkino. Auf dem exponierten Lavabuckel des Tschögglbergs hat der Künstler Franz Messner mehrere Kino-Stuhlreihen installiert. Der Film hat wenig Action-Szenen, dafür aber eine 24-Stunden-Dauervorstellung. In den Hauptrollen: das Vigiljoch, die Ortler-Gruppe und das ganze Meraner Becken. Die Anfahrt zum Natur-IMAX ist durch den dichten Wurzelteppich fahrtechnisch anstrengender als die konditionelle Herausforderung. Man gelangt mit einer kleinen Gondel von Burgstall hinauf nach Vöran und bikt dann zum Knottnkino. Die Abfahrten von Hafling hinunter sind teils technisch und steil, also eher etwas für versierte Mountainbiker. Auf der Höhe locken genügend Almen zur Einkehr, mit typischen Südtiroler Spezialitäten wie Schlutzkrapfen, Knödeln aller Art und natürlich der typische Speck. Empfehlenswert sind auf jeden Fall die Leadner Alm und die Vöraner Alm.

Für die erste Radreise eher geeignet ist der sogenannte Rösselsteig, der von Meran aus ins Passeiertal hineinführt. Flowtrails vom Feinsten, immer schön am Hang entlang, gekrönt von einer Mittagspause im Slow Food-Gasthaus Torgglerhof.

tr_2010_meranguide_mg_2163_webDen beliebten Transalp-Übergang auf dem Vigiljoch sollte man sich ebenfalls auf seiner Radreise einmal ansehen. In langen Asphaltschleifen windet sich die Straße von Tscherms den Marlinger Berg hinauf. Die erste Cappuccino-Pause sollte man beim Gasthof Tschigg einlegen, dessen Terrasse einen genialen Blick über Meran mit der auffälligen Pferderennbahn schenkt. Verlockende Früchtebecher mit Quark – das leckere Obst kommt direkt aus dem eigenen Garten – machen die weitere Bergauffahrt nicht leichter. Nach dem Touren-Höhepunkt bei der Vigil-Kapelle rollt man am besten abwärts weiter zur Bärenbadalm, die den besten Blick übers Dolomitenpanorama bis zum Rosengarten bietet. Schon wieder lockt eine Trail-Abfahrt zurück nach Meran. Teilweise in der Direttissima pfeift der Weg 34 bergab. Zum Abkühlen der Discs liegt der Buschenschank Greitwies mit leckeren Knödeln direkt am Weg, bevor man ausrollt nach Tscherms. Wer früh aufsteht, kann bis halb zehn Uhr mit der Vigiljoch-Bahn von Lana aus hochgondeln und einige Kilometer auf dem Hochplateau genießen. Danach werden keine Bikes mehr mitgenommen.

Unser Special-Tipp für Südtiroler Radreisen mit dem Mountainbike

Egal, in welche Richtung man von Meran aus aufbrechen wird, überall warten coole Trails und schöne Almhütten beim Biken. Unser ganz spezieller Tipp: Zum Zmailer, oberhalb von Schenna. Dort werden in der Oma-Küche von Martha Thaler die besten Spinat- und in der Saison sogar Brennessel-Knödel zubereitet, die jedes Gourmet-Gericht vergessen lassen.

Mehr Informationen


INFOTEIL

Buchtipp
Mountainbiken im Vinschgau, Delius Klasing, Thomas Rögner

Anreise
Mit dem Auto: man fährt über den Brenner bis Bozen und über die Schnellstraße „MeBo“ in 30 Minuten nach Meran. Landschaftlich super ist die Anfahrt von Sterzing über den Jaufenpass (2094 m) durch das Passeiertal nach Meran. Vom Bodensee/Allgäu kann man auch über den Reschenpassund durchs Vinschgau anfahren.

Mit dem Zug: über Innsbruck fahren IC- und EC-Züge Bozen an, im Anschluss mit der Meraner Linie.

Unterkünfte und Touren
Bikehotels
Sentres

Touren

Karten
Meran und Umgebung, Kompass-Karte Nr. 53, Maßstab 1:50000; Meran und Umgebung, Tabacco Nr. 011, Maßstab 1:25000;
Digitale Südtirol-Karte für PC und Garmin

Bike-Shops
Bike and More
Reichstraße 50/D
Meran-Sinich
Tel. 0039/0473/244612

S.S.38 Bike 
Braunsbergerweg 2
Lana
Tel. 0039/0473/491186

Seilbahnen
Seilbahn Burstall-Vöran
Tel. 0039/0473/278187
Mountainbiker in „Normalbekleidung“ werden mitgenommen, Biker mit Protektoren und Integralhelm nicht! Für Biker sind alle Abfahrten von Vöran leider verboten.

Bergbahn Hirzer
Erzherzog-Johann-Platz 1
Schenna
Tel. 0039/0473/645498

Ifinger Seilbahn–Meran 2000
Naifweg 37
Meran
Tel. 0039/0473/-234821

Seilbahn Lana–Vigiljoch
Villenerweg 3
Lana
Tel. 0039/0473/561333
Transport von Mountainbikes nur von 8 bis 9.30 Uhr

Allgemeine Informationen über Meran

Wetter

 

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