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Scheibenbremsen fürs Rennrad – ist das wirklich nötig?

Lesedauer: 3 Minuten

Rennrad fahren wird gerne als Traditionssport bezeichnet. Entsprechend schwerfällig verliefen immer wieder mal die technischen Neuerungen an den schlanken Flitzern. Das erste Fahrrad, das man als Rennrad bezeichnen kann, wurde 1879 gebaut. Damals war es das erste Fahrrad mit Kettenantrieb am Hinterrad. 1888 erhielt es dann die ersten Luftreifen. Die Räder sahen unseren heutigen Rennrädern schon sehr ähnlich, jedoch gab es noch keine Gangschaltung. Sie waren aus Stahl und hatten einen starren Antrieb. Die ersten Felgenbremsen tauchten in den Zwanziger Jahren auf.

Seitdem ist viel passiert, und wir können uns überhaupt nicht mehr vorstellen, ohne Gangschaltung oder griffige Bremsen unterwegs zu sein. Innovative Erfindungen, die uns das Rennrad fahren erleichtern sollen, gab und gibt es weiterhin. Eine der vor allem unter Traditionalisten umstrittenen Neuerung sind zum Beispiel Rennräder mit Scheibenbremsen. Wer jetzt denkt „Ach nö, die normalen Bremsen sind doch super und reichen locker aus“ verpasst gleich zwei Chancen – zum einen auf ein cooles Upgrade und zum anderen darauf, ein neues Level beim Rennrad zu erfahren.

Sicherheitsgefühl steigern

Wer einmal beide Brems-Systeme, Felgenbremsen und Discs, im realen Einsatz gecheckt hat, wird schnell den Unterschied erkennen. Das objektive (und vor allem das subjektive) Sicherheitsgefühl wird durch die Scheibenbremsen am Renner erheblich gesteigert. Lange Pass-Straßen abwärts, die sonst immer mit einem mulmigen Gefühl verbunden waren, sind auf einmal keine schweißtreibenden Mutproben mehr, sondern der blanke Genuss. Die Angst vor platzenden Reifen, weil die Felgen superheiß wurden, braucht man bei den Scheibenbremsen nicht mehr zu haben. Zwar können sich auch die Discs erhitzen, vor allem wenn man durch (falsches) Dauerbremsen nicht genügend Luft daran lässt. Doch wirkt sich das nicht auf die Schläuche oder schlauchlosen Reifen aus.

Bremsen bei Nässe – aber sicher

Gerade bei Nässe merken wir deutlich, dass die Bremskraft von Felgenbremsen sehr viel geringer ausfällt als bei Trockenheit. Scheibenbremsen dagegen brauchen nur einen Wimpernschlag, um sich selbst trocken zu bremsen, und packen dann sofort genau so bissig wie bei Sonnenschein. Regenschauer oder drohendes schlechtes Wetter sind dann aber auch keine Ausreden mehr, sich nicht aufs Rennrad zu setzen ;-). Wer also bisher dachte, ein Rennrad ist viel zu empfindlich, kann nun umdenken und über den Kauf eines Rennrads für den täglichen Einsatz nachdenken. Das Scott Speedster 30 Disc Auslauf ist hier ein schickes Super-Schnäppchen in der Einsteigerklasse.

Bremsen – auf den Punkt

Nicht nur die Bremskraft fällt erheblich besser bei den kleinen Discs am Laufrad aus, auch die Dosierbarkeit der Bremsen bei hydraulischen Systemen ist verbessert und man braucht geringere Handkräfte. Teilweise spart man bis zu 20% der Handkraft, um dieselbe Bremsleistung wie bei Felgenbremsen zu erzielen. Für viele weibliche Rennrad-Fans ist dieser Zuwachs an Sicherheit ein wichtiger Aspekt. Beim Scott Contessa Solace 15 Disc erhält man einen echten Performance Carbonrahmen mit packenden Ultegra Disc Bremsen. Dieses Scott ist eine Traumkombi für Ladys.

Mit den Discs kann man gefühlvoller oder „knackiger“ abbremsen, dann ergibt der alte Rennfahrerspruch wieder richtig Sinn: „Wer später bremst, ist länger schnell“. Auch, aber nicht nur, bei Rennen ein entscheidender Vorteil.

Optimale Gewichtsverteilung

Die tiefere Lage der Scheibenbremsen verbessert zudem noch minimal den Schwerpunkt und trägt nochmals dazu bei, die Bremswirkung optimal auf die Straße zu bringen.

Kein Verschleiß an den wichtigen Teilen

Da die Scheibenbremsen nicht, wie die herkömmlichen Klötze, direkt an der Felge angreifen, können diese natürlich dadurch nicht mehr verschleißen. Die Praxis hat zudem gezeigt, dass die Bremsbeläge von Scheibenbremsen länger halten, als jene von Felgenbremsen. Und bei einem „Achter“ schleifen die Bremsen natürlich auch nicht mehr 😉

Selbst das Argument, Discs sind zu schwer, zählt nicht immer. Klar, ist es etwas teurer, aber das Focus Izalco RED eTap Disc zeigt, wie es geht: Superleicht, renntauglich und innovativ. Mit hydraulischer Disc plus Wireless-Elektro-Schaltung bleibt es unter den magischen 7 kg! Günstiger, und immer noch mit superleichtem Fahrwerk, wäre eine Alternative das Cannondale CAAD 12 -105 Disc. Das Cannondale ist eines der meistverkauften Disc-Räder seiner Klasse mit legendärem extrem leichten Aluminiumrahmen.

Unser Fazit:

Nun muss man sich selbst nicht zu den ‚First Mover’ zählen und alle Innovationen sofort ausprobieren. Für 2017 haben ganz viele Hersteller auf jeden Fall Scheibenbremsen an den Rennrad-Modellen, doch die „gute alte“ Felgenbremse gehört deswegen noch nicht zum alten Eisen. Gerade Scheibenbremsen können den Preis des gewünschten Rennrads anheben, und so eine Entscheidung fällt dann nicht so leicht.

Es muss ja nicht gleich das abgefahrene Top-Modell sein, wie das Cannondale Synapse Carbon HiMod Ultegra Di2 Disc: Bei dem Aero-Carbon-Renner mit besten Dämpfungseigenschaften, Carbon-Aerowheels und elektronischer Di2-Schaltung plus Hydraulik-Disc wurde alles an moderner Rennrad-Technik ausgeschöpft. Damit ist natürlich auch das Preisschild am obersten Ende der Fahnenstange.

Man sollte auf jeden Fall Scheibenbremsen zumindest einmal ausprobieren, auch wenn man denkt, dass Altbewährtes gut funktioniert. Vielleicht hat ja ein Bekannter, ein Kumpel aus dem Radverein oder der Nachbar schon ein Rennrad mit Scheibenbremsen und Ihr könnt eine Runde damit drehen. Aber Vorsicht … die Erfahrung zeigt, dass es kein Zurück gibt, wenn man einmal mit Scheibenbremsen gefahren ist 😉

Unsere Meinung: Wir wollen nicht mehr auf Scheibenbremsen verzichten, aber es ist natürlich immer eine Frage des persönlichen Budgets.

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