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Tour de France 2017: mit welcher Ausrüstung fahren eigentlich die Profis?

Lesedauer: 3 Minuten

Die Tour de France hat begonnen. Dieses Jahr gehen 198 Radsportler an den Start und fahren 3.516 Kilometer, um dann am 23. Juli 2017 in Paris durchs Ziel zu düsen. Die längste Etappe ist 222,5 km lang und steht am 21. Juli auf dem Plan. In so kurzer Zeit, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 45 km/h, so viele Kilometer zu fahren ist eine enorme Leistung, die an Kraft, Ausdauer und den Nerven zerrt. Da muss das Material, die körperliche Fitness und die Ernährung passen. Wir haben uns gefragt, womit die Profis sich eigentlich ausrüsten. Mit welchen Reifen fahren sie? Wie messen sie ihre Trittfrequenz und ihren Puls? Und wie ernähren sich die Sportler auf den Etappen?

Die Fahrradreifen

Für die Teams sind ein geringer Rollwiderstand, eine starke Pannensicherheit und eine gute Haftung bei den Reifen wichtig, deshalb nutzen sie Reifen die in diesen Komponenten am stärksten aufgestellt sind.

Die Wettkämpfer fahren in der Regel Schlauchreifen, wie zum Beispiel den Continental Competition. Der ist für alle Wetterbedingungen geeignet. Fahrer, die mit einem Tubular fahren, sind davon überzeugt, dass er am besten rollt. Aber auch die Sicherheit spielt bei Schlauchreifen eine große Rolle. Bergab fahren die Teilnehmer zum Teil mit einer Geschwindigkeit von bis zu 120 km/h. Wenn dann der Reifen eine Panne hat und vom Laufrad springt, würde das unweigerlich zum Sturz führen. Das passiert bei einem Schlauchreifen eher weniger, als mit einem Drahtreifen.

Außerdem möchten die Fahrer den Zeitverlust durch eine Panne verringern. Mit einem Schlauchreifen können sie noch wertvolle Meter fahren bis das Team-Fahrzeug sie erreicht hat und das Laufrad ausgetauscht werden kann.

Es gibt Teams, die von Anfang an mit Pannenmilch fahren, um vor Zeitverlusten durch Pannen gewappnet zu sein. Dagegen spricht jedoch das Mehrgewicht. Zudem hängt das auch sehr von den Sponsoren und deren Produkten ab.

Bis vor ein paar Jahren dachte man, dass je schmaler die Reifen, desto schneller fährt man. Mittlerweile hat sich eine Größe von 25mm etabliert, da dadurch der höchste Fahrkomfort geboten wird. Der Umfang des Laufrades erhöht sich zudem und dadurch fährt man schneller.

Pulsmesser und Radcomputer

Die Radprofis müssen permanent wissen, wie ihr Puls und wie hoch die Trittfrequenz ist. Dazu nutzen die Teams in der Regel die Geräte ihrer Sponsoren. Häufig vertreten sind das Edge 520 und das Edge 820 von Garmin. Diese zwei Computer bieten alles, was die Fahrer brauchen. Das Edge 520 setzt (Trainings-) Ziele, wie zum Beispiel mit einer bestimmten Wattleistung zu trainieren. Auch die Herzfrequenz wird über einen Brustgurt gemessen, die VO2max kalkuliert und so das Training optimiert.

Das Garmin Edge 820 eignet sich sowohl für Fahrradprofis als auch für die Hobbysportler. Es ist das aktuellste und kompakteste Gerät in der Garmin-Flotte und bietet die Vorteile einer Navigation. Im Gegensatz zum Edge 520, bei dem der Fahrer sich Touren installieren kann, das Gadget aber nicht zur Navigation nutzen kann.

Die Produkte von Garmin lassen sich mit einem Wattmessgerät, wie zum Beispiel dem Garmin Vector 2 oder dem Rotor 2InPower verbinden. So kennen die Sportler ihre Leistung, können diese auswerten und das Training danach ausrichten.

Manch ein Hobby-Sportler mag es sich kaum vorstellen, aber die Profi-Sportler fahren sich vor dem Rennen auf einer Tacx-Rolle warm und testen ihre Tages-Fitness. Auch nach dem Rennen setzen sie sich für das regenerative Training nochmal auf die Rolle.

Die Ernährung während des Rennens

Hier greifen die Sportler auf die Produkte ihrer Sponsoren, wie zum Beispiel Multipower, Powerbar, Xenofit oder Nutrixxion zurück. Wichtig ist, dass die Profis während des Rennens genügend Kohlenhydrate als Leistungsbeschleuniger zu sich nehmen. Nach dem hohen Kalorienverbrauch von bis zu 8.000 bis 10.000 Kalorien auf einer Bergetappe, muss der Speicher wieder aufgefüllt werden.

Während des Rennens essen die Fahrer meistens feste Riegel, die ihnen Energie und Zucker liefern. Viele essen 4-6 Riegel pro Etappe.

In der finalen Phase greifen die Sportler auch gerne auf Gele, wie zum Beispiel das Power Gel Fruit von PowerBar zurück.

Die Gangschaltung

Viele Teams fahren mittlerweile mit einer elektronischen Gangschaltung. Mit dieser können sie am präzisesten schalten und haben durch das nur ‚leichte Antippen’ einen niedrigen Energieverlust. Auf der Tour de France fahren die Rennteilnehmern hauptsächlich mit Di2 von SHIMANO oder der SRAM etap.

Die Bremsen

Bei den Bremsen fürs Rennrad spalten sich die Meinungen. Einige schwören auf die Felgenbremsen, während andere schon von der Scheibenbremse überzeugt sind. Interessanterweise sitzen in diesem Jahr auf der Tour de France zum ersten Mal offiziell Radprofis auf Rädern mit Scheibenbremsen und einer von ihnen hat die 2. Etappe gewonnen. Der deutsche Marcel Kittel fährt mit der SHIMANO-Gruppe Dura-Ace 9100, welche eine elektronische Gangschaltung und hydraulische Scheibenbremsen hat. Diese kam erst Anfang dieses Jahres auf den Markt.

Auf dem schwierigsten Profi-Radrennen der Welt kann viel durch gutes und zuverlässiges Material bewirkt werden. Um alles geben zu können, müssen die Teams sich auf die Ausrüstung verlassen können. Jedoch müssen auch der Körper und der Kopf bei den Profis mitmachen, um diese anstrengende Zeit mit einer hohen Leistung zu überstehen.

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