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Mit dem Rennrad und Radcomputer von Berlin nach Warnemünde – Ein Erfahrungsbericht (Teil 1)
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Kilometer 79: Vorbei geht es an der Stadtpfarrkirche in Lindow

Mit dem Rennrad und Radcomputer von Berlin nach Warnemünde – Ein Erfahrungsbericht (Teil 2)

Lesedauer: 3 Minuten
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Kilometer 93: Der erste Boxen-Stopp in Rheinsberg bei Cappuccino und Kuchen

Die nächsten 60 Kilometer bis nach Malchow, wo der nächste Stopp geplant war, liefen ganz locker. Die Straßen und Radwege waren gut zu fahren, teilweise mit sehr wenig Autoverkehr. Inzwischen zeigte die Temperaturanzeige auf meinem Garmin-Radcomputer schon 23 Grad. Nachdem ich in Rheinsberg bereits die Beinlinge ausgezogen hatte, war nun endgültig die Zeit gekommen sich auch der Ärmlinge zu entledigen. Marcel war da schon weiter. Obwohl wir morgens in Berlin bei frischen 12 Grad gestartet waren, hatte er die wärmenden Beinlinge schon weggelassen. So verschieden kann das Wärmeempfinden von Menschen sein.

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Kilometer 93: Auch die Räder dürfen mal ausruhen

Malchow war also erreicht, aber eine Pause brauchten Marcel und ich doch noch nicht. Der Tritt war locker trotz bereits über 150 Kilometer Fahrstrecke, der Wind kam weiter aus südlicher Richtung und die Sonne lachte vom Himmel. Es ging also weiter. Im kleinen Örtchen Nossentiner Hütte bei Kilometer 167 begann streckentechnisch mein Highlight des Tages. Der Weg führte uns auf einer gut asphaltierten Straße mitten durch den Wald. So gut wie keine Menschen und so gut wie keine Autos waren dort. Leider war der Weg nur 10 Kilometer kurz, aber das war schon richtig schön dort. Als wir später Krakow am See erreicht hatten, machten wir die zweite Pause des Tages. Bei Cappuccino und Cola würdigten wir die bereits absolvierten 190 Kilometer. Die Trinkflaschen wurden mit Wasser gefüllt und weiter ging es. Eine weitere Pause wollten wir eigentlich nicht mehr machen. Aber wie so oft kam es dann doch ein wenig anders.

Aus heiterem Himmel ließ sich bei Marcel das hintere Schaltwerk seiner SRAM Red eTap nicht mehr bewegen.

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Kilometer 93:Blick von der Bäckerei Reinhold in Richtung Schloss, das man aber nicht sieht.

Die Akkus der kabellosen Elektroschaltung waren frisch geladen, die Anzeige blinkte grün, auch ein Akku-Tausch brachte keine Besserung. Wieder entpuppte sich das Internet als Rettung in der Not. In einem Video wurde erklärt, wie kinderleicht man eine Neuprogrammierung der Schaltung vornehmen kann. Gesagt, getan und es funktionierte tatsächlich. Zwar blieb der Grund für den Ausfall ungeklärt, aber wir konnten weiterfahren und das war das Wichtigste.

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Kilometer 202: Im Internet wurde schnell die Lösung des Problems gefunden

Schließlich erreichten wir nach 210 Kilometern Güstrow. Doch statt unserem GPS-Track mit dem Radcomputer weiter zu folgen, verließen wir die geplante Route. Wir wollten uns so die Fährenüberfahrt von Warnemünde sparen und uns erschien der Weg über die Bundesstraße Richtung Rostock kürzer. Nun wurde es dann doch noch ungemütlicher.

Als erstes meldete sich der Akku meines Garmin-Radcomputers. Ich schaltete ihn nun in den Energiesparmodus, eine Erfahrung, die ich bisher auch noch nie gemacht hatte. Leider war die Bundesstraße nicht nur stark befahren, es gab auch keinen Fahrradweg und die Straße wurde gerade frisch gekiest. Kilometerlang knisterte der Kies unter unseren Reifen.

Aber die oben erwähnten Continental-Reifen, die auch als extrem pannensicher gelten, hielten das gut aus. Während die ersten 210 Kilometer fast wie im Fluge vergangen waren, zogen sich die restlichen 60 Kilometer wie Kaugummi. Die letzten acht Kilometer über einen schönen, im Wald gelegenen Radweg und anschließend die Strecke parallel zur Düne, sorgten noch einmal für gute Stimmung. Marcels Familie, die über den Garmin Live-Track immer wusste, wo wir waren, empfing uns überraschend mit selbstgebastelten Anfeuerungsplakaten und kalten alkoholfreien isotonischen Durstlöschern. Mein Garmin-Radcomputer hat im Energiesparmodus bis zum Ende durchgehalten und alles aufgezeichnet. Geschafft! Während Marcel nun seinen wohl verdienten Familienurlaub genießen konnte, trat ich am nächsten Tag mit der Bahn die Rückfahrt an, aber das ist eine andere Geschichte.

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Geschafft: Marcel und Michael genießen bei Cappuccino und Cola den Blick auf den Yachthafen Hohe Düne

Hier noch der Link unserer Tour im Satelliten-Syle: https://www.relive.cc/view/1121946457

Die Tour gibt es auch bei Strava.

 

(Der Artikel wurde von Michael Wiedersich verfasst)

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