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Radfahren in den Ferien: wie plane ich am besten eine Radtour?

Lesedauer: 4 Minuten

Die Ferienzeit ist ausgebrochen und nicht wenige bleiben Zuhause. Zwar bieten Großstädte wie Berlin einiges an Freizeitaktivitäten, aber wenn zum x-ten Mal die Frage vom Partner, den lieben Kleinen oder Freunden kommt „was machen wir denn heute?“, könnte man auch einmal eine spontane Radtour ins Gespräch bringen. In einem relativ überschaubaren Zeitrahmen wird einiges mehr entdeckt als beim Wandern. Bei entsprechender Planung geht es dann auch schnell wieder heim. Damit einer spontanen Fahrradtour nichts im Wege steht, sollten vorher ganz unspontan die wichtigsten Dinge erledigt sein.

Das fängt natürlich beim Fahrrad selbst an. Gerade wenn man nicht so häufig auf dem Zweirad unterwegs ist, sollte man am Tag vor der großen Tour sein Fahrrad einem Check unterziehen. Im Falle des Falles bleibt so noch genug Zeit für einen Besuch in der Fach-Werkstatt ihres Vertrauens. Sind die Reifen mit dem richtigen Luftdruck aufgepumpt? Wenn nein, fehlt nur die Luft (eine geeignete Hand- oder Standpumpe hilft bei der Prüfung) oder hat es einen Platten, weil ein Loch im Schlauch ist? Wie sieht es mit der Verkehrssicherheit aus? Funktionieren die Bremsen und das Licht, sind alle Schrauben und der Sattel fest? Braucht die Kette vielleicht noch einen Tropfen Öl und was ist eigentlich mit der Schaltung? Oder brauche ich sogar ein neues Fahrrad?

Zu einem gut ausgerüsteten Fahrrad gehört auch immer ein passender Ersatzschlauch, zwei Reifenheber zum Demontieren des Mantels, eventuell Flickzeug sowie ein kleines Werkzeug-Set, z. B. Minitool für alle Fälle. Denn ein Materialwagen wie bei der Tour de France fährt leider nicht hinterher 😉 Und wer bereits ein Elektro-Fahrrad sein Eigen nennt, muss vor dem Start einen Blick auf die Akku-Ladung werfen und das Ladekabel nur für den Fall der Fälle mitnehmen und bei einem Boxenstopp in einem Café nachladen. Mittlerweile gibt es auf längeren Radwegen auch Ladestationen für Elektroräder.

RadtourDie richtige Fahrradbekleidung

Wenn das Fahrrad fit für die Radtour ist, kommt schon die nächste Frage: Was zieh ich an? Die Wahl der Kleidung richtet sich auch immer nach dem Wetter, der Dauer und der Zweckmäßigkeit. Für eine kurze Radtour von einer Stunde bei 17 Grad und Sonne mit Pause reichen Jeans und T-Shirt. Ab zwei Stunden im Sattel wäre es besser, leichte luftige Fahrradbekleidung anzuziehen, denn der Schwitzfaktor steigt. Außerdem lernt man auf langen Strecke die Vorteile einer Radhose kennen. Sie bietet keine Reibungsflächen und durch die Polsterung wird der Druck im Sitzbereich minimiert. So hält es sich länger auf dem Sattel aus. Auch im Sommer empfiehlt sich das Zwiebelschichten-Prinzip. Ein dünnes Unterhemd aus Mikrofaser transportiert bei Hitze den Schweiß nach außen und man kühlt nicht so schnell aus. Über dem Unterhemd bietet sich das Tragen eines Radtrikots an. Praktische Taschen auf dem Rücken bieten Platz für Riegel, Mobiltelefon und anderen Kleinkram. Sogar für eine Weste oder Jacke gegen Wind und Regen hat man dort Platz.

Wie lange und wie weit?

Während die Rad-Profis bei der Tour de France Stundenmittel von über 40 km/h auf Flach-Etappen zurücklegen und so in zwei Stunden locker 80 Kilometer fahren, sollte man als Gelegenheitsfahrer eher Geschwindigkeiten zwischen 12 und 20 km/h veranschlagen. Das macht weniger Stress und man sieht noch etwas von der Umgebung. Je nach Kondition und Kaffee-Stopps ist so eine Distanz von 25 bis 40 Kilometer locker zu schaffen. Dabei kommt es natürlich auch auf die Mitfahrer an. Eine spontane Radtour mit sechsjährigen Kindern über 40 Kilometer könnte bei einigen Kids trotz noch so spannender Abenteuer unterwegs eine bleibende Abneigung gegen jegliche körperliche Bewegung verursachen. Erwachsene dürften aber selbst bei ausbaufähiger Kondition mit dieser Streckenlänge weniger Probleme haben. Auf jeden Fall ist es besser, sich erst über die Dauer einer möglichen Radtour den Kopf zu machen und sich die Zeit zu nehmen. Denn bei attraktiven, aber weit abgelegenen Zielen könnte der Spaßfaktor wegen fehlender Kondition am Ende auf der Strecke bleiben.

Wohin und wie lange?

RadtourSehr hilfreich für die Planung der Strecke ist der Einsatz von Radkarten, die extra für Radtouren konzipiert wurden. Auch Radcomputer, wie das Teasi One3Extend Navigationsgerät, das mittels GPS die Streckenführung vorgibt, eignen sich hervorragend um die richtigen Strecken und Länge der Tour auszuwählen.

Nachdem die Streckenlänge klar ist, kommt nun der schwierigste Teil, die Streckenauswahl. Ein interessantes Ziel zu haben, wohin die Radtour führt, ist immer gut. Am besten verbindet sich so etwas mit Verschnaufpausen. Dort füllt man seine Energie wieder mit Kohlenhydraten, Kaffee oder isotonischen Durstlöschern (aber bitte alkoholfrei, man muss ja auch noch irgendwie nachhause kommen) auf und betreibt Sightseeing. Aber: 40 Kilometer sind nicht immer gleich 40 Kilometer. Wohnt man im flachen Land wie in Berlin, radeln sich 40 Kilometer relativ leicht weg. Wenn aber beispielsweise der Anstieg zum Karlsberg auf der Berliner Havelchaussee im Streckenprofil steht, könnte das für den einen oder anderen sehr fordernd werden. Immerhin wurde dort 1987 eine Bergwertung der Tour de France ausgefahren. Aber im Vergleich zu Anstiegen im Bayrischen Wald ist der gut 900 Meter lange Hügel im Südwesten Berlins eine Schippe Sand.

Auch die jeweilige Verkehrssituation ist neben dem Streckenprofil zu beachten. Gibt es Radwege oder muss man sich auf der Straße gegen die Autos behaupten? Es macht einfach mehr Spaß, auf ruhigen Straßen mit wenig Autoverkehr dahinzugleiten, als an jeder Ampel bedrängt anhalten zu müssen.

Verpflegung

Trinkflaschen mit isotonischen Getränken, Bananen und Powerriegel einzupacken, ist nie verkehrt. Es gibt selbst in Brandenburg Strecken, wo über 15 Kilometer weder geöffnete Restaurationsbetriebe, noch Tankstellen oder Supermärkte zu finden sind. Da ist es gut, wenn man Verpflegung dabei hat.

Fazit

Auch beim Radfahren gilt: Der Weg ist das Ziel und die richtige Planung und Ausrüstung bilden die Grundlage, um die Radtour mit Familie oder Freunden in vollen Zügen genießen zu können. Wer gut geplant die Tour antritt, der wird daran Spaß haben und sich schon auf den nächsten Ausflug auf zwei Rädern freuen.

(Der Artikel wurde in Kooperation mit Michael Wiedersich verfasst)

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